Alexander Schütz ist ein österreichischer Unternehmer und Investor, der 1991 in Wien den Vermögensverwalter C-Quadrat mitgründete. Später gehörte er dem Aufsichtsrat der Deutschen Bank an und baute Beteiligungen über sein Family Office auf. Einem breiteren Publikum ist er auch als Investor der Start-up-Sendung „2 Minuten 2 Millionen“ bekannt. Seine Laufbahn reicht damit vom Fondsgeschäft bis zu Investitionen in junge Unternehmen. Zugleich gehört eine Kontroverse um eine E-Mail an den früheren Wirecard-Chef Markus Braun zu seiner öffentlichen Geschichte. Die wichtigsten Stationen zeigen, welche Funktionen Schütz tatsächlich innehatte und wie sich sein Geschäft entwickelte.
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Vollständiger Name | Gerd Alexander Schütz |
| Geburtsjahr | 1967 |
| Tätigkeit | Unternehmer und Investor |
| Bekannt für | Mitgründung von C-Quadrat |
| Aktuelle Funktion | CEO der C-Quadrat Investment Group |
| Früheres Mandat | Aufsichtsrat der Deutschen Bank, 2017 bis 2021 |
Vom Berufseinstieg zur Gründung von C-Quadrat
Schütz studierte von 1988 bis 1992 Betriebswirtschaft an der Wirtschaftsuniversität Wien. Während dieser Zeit arbeitete er als Assistent des Vorstands bei Vienna Portfolio Management. 1993 legte er die staatliche Konzessionsprüfung für das Gewerbe „Vermögensberater“ ab. Seine Tätigkeit in der Finanzbranche hatte zu diesem Zeitpunkt bereits begonnen.
1991 gründete er gemeinsam mit Thomas Rieß C-Quadrat. Das Wiener Unternehmen entwickelte sich zunächst im Bereich Investmentfonds und baute später eigene Strukturen für die Verwaltung von Kapitalanlagen auf. Seit 2003 verfügte C-Quadrat über eine eigene Kapitalanlagegesellschaft. Die Gründung fiel in eine Zeit, in der unabhängige Anbieter neben Banken und Versicherungen ihren Platz im Fondsgeschäft suchten.
Ein Fonds bündelt das Geld vieler Anleger und investiert es nach festgelegten Regeln. Vermögensverwalter entwickeln dafür Strategien, wählen Anlagen aus oder betreuen Mandate institutioneller Kunden. C-Quadrat wuchs über dieses Geschäft hinaus zu einer Gruppe mehrerer Unternehmen. Heute nennt die Gruppe quantitative Strategien, alternative Anlagen und die Verwaltung von Pensionsvermögen als Schwerpunkte.
Börsengang und internationale Expansion
Der Börsengang machte die Entwicklung von C-Quadrat auch für Anleger sichtbar: Ab November 2006 war das Unternehmen in Frankfurt notiert, im Mai 2008 folgte die Wiener Börse. Eine Börsennotiz eröffnet einem Unternehmen Zugang zum Kapitalmarkt, bringt aber auch Veröffentlichungspflichten und eine breitere Eigentümerstruktur mit sich.
Schütz übernahm innerhalb der Gruppe mehrere Aufgaben außerhalb Österreichs. Er war unter anderem im Vorstand der C-Quadrat Deutschland AG tätig und später Geschäftsführer der C-Quadrat Deutschland GmbH. Hinzu kamen Funktionen bei Gruppengesellschaften in weiteren europäischen Ländern. C-Quadrat ist inzwischen in zahlreichen Märkten aktiv; die einzelnen Gesellschaften arbeiten in unterschiedlichen Bereichen der Vermögensverwaltung.
Auch die Eigentümerstruktur veränderte sich. Der chinesische Konzern HNA erwarb 2016 zunächst eine Minderheitsbeteiligung an C-Quadrat und stockte diese 2017 zu einer Mehrheit auf. 2019 übernahmen Schütz und sein Geschäftspartner Cristobal Mendez de Vigo wieder eine kontrollierende Beteiligung. HNA schied dabei aus dem Aktionärskreis aus; die Jebsen Group kam als Minderheitsaktionär hinzu. Für Schütz bedeutete der Rückkauf, dass die Mehrheit erneut beim Management lag.
Seine Rolle bei der Deutschen Bank
2017 wurde Schütz in den Aufsichtsrat der Deutschen Bank gewählt. Ein Aufsichtsrat kontrolliert den Vorstand und befasst sich mit wichtigen Personal- und Strategiefragen. Schütz‘ Nominierung stand im Zusammenhang mit der HNA-Gruppe: C-Quadrat verwaltete deren Beteiligung an der Deutschen Bank. Nach seiner zunächst einjährigen Amtszeit wurde er 2018 erneut gewählt.
Diese Verbindung zwischen Vermögensverwaltung und Bankaufsicht machte das Mandat zu einer besonders sichtbaren Station seiner Karriere. Schütz blieb bis zur Hauptversammlung im Mai 2021 Mitglied des Gremiums. Wer seine heutigen Funktionen beschreibt, sollte das Deutsche-Bank-Mandat daher als abgeschlossen einordnen.
Die E-Mail im Zusammenhang mit Wirecard
Anfang 2021 wurde eine E-Mail aus dem Jahr 2019 bekannt, die Schütz an den damaligen Wirecard-Chef Markus Braun geschrieben hatte. Darin forderte er Braun auf, gegen die Financial Times vorzugehen, die kritisch über Wirecard berichtete. Die Deutsche Bank bezeichnete Inhalt und Haltung der Äußerung als inakzeptabel. Schütz entschuldigte sich für die Nachricht und kündigte später an, sein Aufsichtsratsmandat zur Hauptversammlung 2021 niederzulegen.
Die Episode ist für sein Porträt relevant, weil sie seine Stellung als Kontrolleur eines großen Finanzinstituts betraf. Sie erklärt auch, weshalb sein Ausscheiden aus dem Aufsichtsrat öffentlich Aufmerksamkeit erhielt. Die umstrittene E-Mail und die Frage nach Schütz‘ eigener Verantwortung sind dabei von den Vorwürfen gegen die Führung von Wirecard zu unterscheiden.
Investitionen jenseits des Fondsgeschäfts
Neben C-Quadrat investiert Schütz über sein Family Office in Unternehmen und Immobilien. Als Schwerpunkte nennt dieses Finanzdienstleistungen und Fintech, Life Sciences sowie Cybersicherheit. Geografisch konzentriert es sich auf Österreich, Deutschland und Afrika. Ein Family Office verwaltet das Vermögen einer Person oder Familie und kann dafür etwa Unternehmensbeteiligungen erwerben.
Ein Beispiel für Schütz‘ weitere Mandate ist das Cybersicherheitsunternehmen cyan. Dort war er Vorsitzender des Aufsichtsrats, legte diese Funktion aber mit Ende 2021 zurück. Das Unternehmen erklärte damals, er bleibe ihm als Investor verbunden. Auch hier ist die Unterscheidung zwischen Beteiligung und Organfunktion wichtig: Wer Anteile an einem Unternehmen hält, gehört deshalb nicht automatisch dessen Vorstand oder Aufsichtsrat an.
Alexander Schütz bei „2 Minuten 2 Millionen“
In der österreichischen Sendung „2 Minuten 2 Millionen“ beurteilt Schütz gemeinsam mit anderen Investorinnen und Investoren Geschäftsideen von Start-ups. Er gehörte auch 2026 zur Investorenrunde. Die Sendung gibt Gründerinnen und Gründern Gelegenheit, ihr Produkt und ihr Geschäftsmodell in kurzer Zeit vorzustellen und über eine mögliche Beteiligung zu verhandeln.
Damit wird eine andere Seite seiner Arbeit sichtbar als bei C-Quadrat: Statt Fonds oder Mandate zu betreuen, prüft er einzelne junge Unternehmen. Ein Angebot vor laufender Kamera ist allerdings zunächst Teil einer Verhandlung. Ob und zu welchen Bedingungen eine Beteiligung später zustande kommt, lässt sich daraus allein nicht ableiten.
Häufige Fragen zu Alexander Schütz
Wer ist Alexander Schütz?
Alexander Schütz ist ein österreichischer Unternehmer und Investor. Bekannt wurde er vor allem als Mitgründer und CEO der C-Quadrat Investment Group.
Hat Alexander Schütz C-Quadrat allein gegründet?
Nein. Er gründete das Unternehmen 1991 gemeinsam mit Thomas Rieß in Wien.
Ist Alexander Schütz noch im Aufsichtsrat der Deutschen Bank?
Nein. Er gehörte dem Aufsichtsrat von 2017 bis zur Hauptversammlung 2021 an.
Welche Verbindung hatte Schütz zur HNA-Gruppe?
C-Quadrat verwaltete die Deutsche-Bank-Beteiligung der HNA-Gruppe. HNA war zeitweise auch Mehrheitsaktionär von C-Quadrat, bevor Schütz und Cristobal Mendez de Vigo 2019 eine kontrollierende Beteiligung zurückerwarben.
Ist Alexander Schütz bei „2 Minuten 2 Millionen“ zu sehen?
Ja. Er gehörte 2026 zur Investorenrunde der österreichischen Start-up-Sendung.
Fazit
Alexander Schütz baute mit Thomas Rieß C-Quadrat auf und weitete seine Tätigkeit später auf internationale Mandate und Unternehmensbeteiligungen aus. Sein früheres Mandat bei der Deutschen Bank und die Wirecard-E-Mail gehören ebenso zu seiner Laufbahn wie seine heutige Rolle als Unternehmer und Investor. Für ein zutreffendes Bild kommt es darauf an, diese Stationen zeitlich und sachlich auseinanderzuhalten.
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